Es wird langsam spannend…

4. August 2016 by

1. Red Hot Chili Peppers – The Getaway: Von den Peppers ist man ja stets ein hohes Niveau gewohnt. Ein wirklich schlechtes oder auch nur mäßiges Album haben die Jungs bisher irgendwie nie rausgebracht. Bei „The Getaway“ hatte ich allerdings am Anfang so meine Zweifel. Der Produzent wurde gewechselt – OK, warum auch nicht. Die erste Single war immer noch klasse, warum sollte das Album nicht auch wieder gut werden. Der erste und auch noch 1-2 weitere Hördurchgängen gaben mir allerdings das Gefühl, dass die Band sich hier völlig ideenlos selbst kopiert. Einige Songs hörten sich an, als wären sie aus Teilen der erfolgreichen Songs von früher zusammengesetzt worden. Irgendwie ein schaler Beigeschmack. Hat sich inzwischen aber tatsächlich relativiert, denn die Platte braucht einige Hördurchgänge, bis sie richtig gefällt. Das tut sie mir zumindest nämlich. OK, sie kommt trotzdem nicht an die großen Scheiben ran, ist aber trotzdem gut. Auch, wenn es für einen Platz in den Jahrescharts bei mir nicht reichen wird.

2. Yeasayer – Amen & Goodbye: Durchaus Chancen in meinen Jahrescharts haben bisher noch die Weirdos von Yeasayer mit ihrem Album „Amen & Goodbye“. Ich mag es ja, wenn die Musik nicht ganz so konventionell und ein bisschen schräg ist. Das hat hohen Unterhaltungs- und auch Wiedererkennungswert, wenn es gut gemacht ist. Und das ist es bei Yeasayer definitiv. Spacig, mit außergewöhnlicher Instrumentierung, leicht verrücktem, aber gutem Gesang – genial. Einige Songs haben diesmal einen leicht orientalischen Einschlag, wie z.B. das ruhigere „Half Asleep“, was sehr gut passt. Es herrscht eh großer Abwechslungsreichtum und eigentlich jeder Song hat was besonderes und auch immer eine Melodie, die im Ohr bleibt, obwohl sie teilweise echt kopmlex sind, wie das geniale „I Am Chemistry“. Der Kopf muss eh häufig mitnicken… ganz hervorragend!

3. Wintersleep – The Great Detachment: Was Neues gibt es auch endlich mal wieder von den sympathischen Jungs von Wintersleep. Hier hat sich nicht viel geändert. Die Truppe liefert nach wie vor guten Indierock mit etwas Pathos und wohligen Gitarrenteppichen ab, auch hier sind eingängige Melodien Trumpf und vor allem die samtige Stimme des Sängers weiß zu Gefallen. Zwischendurch gibt’s dann doch mal ne kleine Überraschung, wenn die Gitarren etwas zurückgefahren werden und es etwas synthielastiger wird, wie im tollen „More than“. Einer der stärksten Songs auf dem Album für mich! Eine leichte Melancholie schwingt auch immer mit, was der Platte aber gut steht. Alles in Allem rund um gelungen, auch wenn es zum Schluss ein bisschen abflacht!

4. The Temper Trap – Thick As Thieves: Auch lang gewartet, hab ich auf was Neues von The Temper Trap. Die beiden ersten Album waren ja wirklich sehr gut und live hat mir die Band damals auch sehr gut gefallen. Nun ist „Thick As Thieves“ da und vorab konnte ich schon lesen, dass die Band ein wenig ihren Stil geändert hat und jetzt mehr ins Station und in Richtung U2 schielt. Hat sich beim mehrfachen Durchhören der Scheibe jetzt auch bewahrheitet, wobei es nicht ganz so schlimm ist, wie es sich anhört. Es sind noch genug brauchbare Songs drauf, allerdings ist einiges dann auch für mich zu käsig, pathetisch, kitschig. Das Ganze fängt mit dem Titeltrack zunächst super an und erinnert an die alten Alben, darauf folgt in „So Much Sky“ dann aber auch schon der erste mehrstimmige „Oh Eh Oh“-Gesangspart und so wechseln sich brauchbare Songs mit 0815-Mitsing-Billigrefrain-Songs ab. Man müsste so mindestens 6 Songs von den 14 rausschmeißen, dann wäre die Scheibe richtig gut. Ist aber trotzdem noch genug Gutes drauf – also bitte nicht falsch verstehen.😉

Und dann noch die Quickies, diesmal mit M83, Rivals Sons, Garbage und Motorpsycho. Die französischen Elekropopper von M83 können sich diesmal nicht entscheiden, ob sie nen Soundtrack der Marke Air, oder ein Album mit guten Songs rausbringen wollen, darum ist die Platte auch nur bedingt empfehlenswert. Die Rival Sons liefern wieder gekonnt Retro-Rock der Marke Led Zeppelin ab, haben diesmal aber nicht die Hits des Vorgängers am Start – außer „Black Coffee“ vielleicht – also nur solide. Motorpsycho bringen ja jährlich ein Album raus, dieses Mal Progrock, der zwar gut ist, aber links reingeht und rechts wieder raus. Und die Zeit von Garbage scheint irgendwie vorbei, auch wenn das Album wirklich gut ist und 1-2 überraschend andere Songs am Start hat. Zündet bei mir aber trotzdem irgendwie nicht mehr.

Sommerloch, oder wie? Abwarten…

18. Juli 2016 by

Es hat sich ’ne Menge angesammelt in den letzten Wochen. Damit der Haufen nicht noch größer wird – vielleicht gibt’s ja kein Sommerloch – muss jetzt mal ein wenig abgearbeitet werden…

1. RDGLDGRN – Red Gold Green LP 2: Noch aus 2015, bei mir aber etwas verspätet gelandet, sind die Jungs mit dem vokalfreien Bandnamen RDGLDGRN. Was das heißen könnte, erkennt man ja am Namen der Platte. Und die enthält jede Menge Abwechslung, Groove, gute Laune und eine wilde Stilmischung aus HipHop, Rock und Funk. Dabei herrscht immer eine positive Grundstimmung, die gut zu Sommer und Sonne passt. Die Melodien gehen ins Ohr, die Musik geht ins Tanzbein – dabei fällt auch einiges an radiotauglichen Hits ab. Nicht um sonst sind die 3 auch schon im Frühstücksfernsehen aufgetreten! Das ist massentauglich, ohne zu poppig-peinlich zu sein. Eine tolle Platte für den Sommer.🙂

2. Claptone – Charmer: Auch sehr abwechslungsreich, groovy und für die Tanzfläche geeignet ist Claptone. Hier handelt es sich um einen Berliner DJ, dessen wahre Identität bisher nicht bekannt ist. Ähnlich wie die Französischen Kollegen von Daft Punk, tritt der Mann nämlich immer mit einer Maske auf. Trotzdem hat er sich anscheinend inzwischen so etabliert, dass viele Künstler mit ihm arbeiten. Auf seinem Album Charmer z.B. Clap Your Hands Say Yeah, Jimi Tenor oder Peter, Björn & John, um nur mal einige Namen zu nennen. Die Musik ist groovender Indie-House-Elektropop-Dance – oder so ähnlich. Mich erinnert das stark an Grand National. Sehr lässig und ähnlich RDGLDGRN auch für Sommer, Sonne, Urlaub geeignet. Allerdings gibt es hier ab und an auch mal einen leicht düsteren Touch, wie z.B. im genialen „Puppet Theatre“. Wer dem Dancegroove nicht abgeneigt ist, unbedingt mal ein Ohr reinhalten!

3. Methyl Ethel – Oh Inhuman Spectacle: Nächste gute Neuentdeckung sind Methyl Ethel aus Australien. Aufmerksam bin ich auf die Band durch den tollen Song „Twilight Driving“ geworden, der mich partout an einen anderen Song erinnerte, auf den ich aber zunächst nicht kam. Nach einigem Grübeln, und unter Mithilfe von diversen Musikexperten aus dem Bekanntenkreis, war das Rätsel dann gelöst und es gab sogar 2 Songs, die im Refrain sehr ähnlich klangen. Die Neugier war geweckt und der Rest des Albums wurde gecheckt. Auffällig ist auf jeden Fall die außergewöhnliche Stimme des Sängers. Man könnte manchmal auch meinen, es handelt sich um eine Frau. So ein bisschen Feargal Sharkey-Style, falls den noch jemand kennt. Die Musik ist dabei leicht meloncholisch angehauchter Indie-Elektrodreampop mit schönen warmen Melodien. Das ist weniger was für Sommertage – eher was für ruhige Abende zum Nachdenken oder Träumen. Dabei aber abwechslungsreich und nie langweilig. Sehr schönes Album! Und nun heiteres Songraten:

4. The Last Shadow Puppets – Everything You’ve Come To Expect: Ebenfalls sehr gut gefällt mir das zweite Album der Last Shadow Puppets, der Zweitband von Arctic Monkeys Sänger Alex Turner. Die Vorab-Single „Bad Habits“ machte mich neugierig, nachdem ich das Debutalbum irgendwie ausgelassen hatte damals. Der Song ist allerdings, im Vergleich zum Rest des Albums, etwas anders. Nichtsdestotrotz gefallen mir auch die anderen Songs, die alle ein bisschen in Richtung Sixties-James-Bond Songs gehen, wie ich finde. Beschwingt – mit viel Streichern und einigem Pathos am Start – entfalten sie einen eigenen Charakter mit hohem Wiedererkennungswert. Nicht zu Letzt auch wegen der coolen Stimme von Turner, der immer wieder auch zweistimmig mit seinem Kompagnon Kane am Mikro steht. Das ist deutlich weniger rockig als bei den Monkeys, aber irgendwie trotzdem spannender. Sehr gut gelungen!

5. Digitalism – Mirage: Noch ein deutsches DJ-Projekt, aber diesmal nicht anonym, sind Digitalism aus Hamburg. Die letzten beiden Alben des Duos stehen bei mir ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsalben im Bereich Dance und Electronic. Nicht ganz so „hart“ wie The Prodigy,  eher Richtung Daft Punk, aber mit fast noch mehr Rockelementen – vielleicht noch am ehesten mit den Filthy Dukes oder den Potbelleez zu vergleichen, groovt auch das hier extrem gut und zerrt einen förmlich auf die Tanzfläche. Im Vergleich zur Hitdichte der beiden Vorgänger-Alben stinkt Mirage dann aber doch ein wenig ab, obwohl es immer noch ein sehr gutes Album bleibt. Obwohl es mit mehrmaligem Hören immer mehr kommt.

6. Teleman – Brilliant Sanity: Ganz anders klingen da Teleman. Da ist von Dance keine Spur. Eher schon ein bisschen 80er, wenn auch nicht übermäßig. Eine kleine Prise Synthie-Plinkplink, eine angenehm weiche Stimme, ein bisschen Dogs Die In Hot Cars und dabei immer schöne liebliche Melodien. Es bleibt auch angenehm unpeinlich und wirkt nie kitschig, obwohl der Refrain von „Glory Hallelujah“ dann doch schon nah dran ist. Zum ganz großen Wurf reicht es am Ende dann zwar nicht, aber zumindest die Single „Düsseldorf“ bleibt auf jeden Fall in Erinnerung und im Ohr.

Und dann waren da noch die neuen Scheiben von Radical Face, AnnenMayenKantereit, Dog Fashion Disco und VIMES. Erstere liefern mit The Family Tree: The Leaves leider als Abschluss ihrer Trilogie den schlechtesten, weil langweiligsten Teil ab, während die Kölner Durchstarter von AnnenMayKantereit auf Albumlänge zwar einigermaßen überzeugen, aber zur außergewöhnlichen Stimme des Sängers aus meiner Sicht noch die außergewöhnlichen Songs fehlen, die z.B. ein Max Prosa im deutschsprachigen Bereich deutlich besser hinbekommt. Die Weirdos von Dog Fashion Disco haben bei mir gleich mit ihren zwei letzten Alben (die sind mir wohl durchgegangen) mehr vom Gleichen abgeliefert, ohne diesmal große Hits am Start zu haben. Die VIMES sind da noch am Spannendsten, auch wenn sie als 1A-Kopie von Zoot Woman durchgehen würden, mit ihrem tanzbaren Elektropop. Mal schauen, was der Sommer noch so bringt. Im Moment hab ich da schon einiges sehr Vielversprechendes in der Playlist!😀

And the winner is – the 80ies!

19. Juni 2016 by

Endlich mal wieder ’ne neue Runde Plattenstreit im Quintett. Es gab diesmal eine sehr bunte Mischung, was die Scheiben anging und durchgesetzt haben sich punktgleich zwei, die doch mittlere bis starke Anleihen in den 80ern nehmen.🙂

1. Drangsal – Harieschaim: Fangen wir mal mit den ganz starken Anleihen an: Drangsal nennt sich ein junger Deutscher Musiker, der augenscheinlich die Musik der 80er liebt und den ich ins Rennen geschickt habe. So tolle Songs, die sich nahtlos in die damaligen Outputs einfügt, hat man selbst von den Originalen auf ihren neueren Alben nicht gehört. Unsere Runde mochte es, beklagte aber zum Teil, dass nun wirklich gar keine neuen eigenen Ideen eingebaut wurden. Nichtsdestotrotz sind die Songs auf der Platte alle sehr gelungen und es gibt einige Hits, die auch vor 30 Jahren Chancen auf einen hohen Chart-Platz gehabt hätten.

 

1. Eliot Sumner – Information: Ebenfalls auf Platz 1 landete Ollis Platte von Sting-Tochter Eliot Sumner. Ich hab erst nach ein paar Liedern gemerkt, dass es sich um ’ne Frau handelt, die da singt und dass es sich hier nicht um Sting handelt. Zu ähnlich klingt die Stimme von Frau Sumner der ihres Vaters, auch wenn Thomas das als einziger in unserer Runde nicht raushören konnte. Die Musik selbst hat auch mal mehr mal weniger starke 80er-Reminiszenzen. Es wird gerockt, gepoppt, gewavet – wirklich sehr abwechslungsreich, was Eliot zu bieten hat. Dabei fallen jede Menge Hits ab, die man schon beim zweiten Hören gerne mitsingt. Ich war sehr positiv überrascht – alle anderen auch. Nur Thomas nicht….😉

3. Ryan O’Reilly – The Northern Line: Platz 3 in der Endauswertung belegt Andreas‘ Beitrag. Ein junger Liedermacher namens Ryan O’Reilly, der – wie der Name schon erahnen lässt – irisch-folkige Gitarrensongs an den Mann bringt. Handgemachte Musik kommt ja bei meinen Mitstreitern meistens gut an – Folk treibt mir das Grausen ins Ohr. Und mir war das hier auch zu 0815-langweilig, wenn auch sicher gut handgemacht. Immerhin fielen zumindest für mich 2 gute Songs ab, die angenehm aus der Masse der anderen herausstachen und mal nicht nur Standard-Folkrock waren. Ansonsten, wer’s mag….ich nicht.😉 Hier eines der beiden guten Lieder in einer schönen Accoustic-Version…

4. Moderat – III: Auf Platz 4 gelandet ist dieses Mal Thomas‘ Beitrag. Er schickte die Berliner Band Moderat ins Rennen, die sich aus den beiden anderen Bands Apparat und Modeselektor zusammensetzt. Die Jungs machen Trip-Hop-Elekrogefrickel, mal mit, mal ohne Gesang. Erinnert ein bisschen an Radioheads experimentelle Alben. Alle waren sich einig, dass das eher Hintergrundmusik ist oder man es extrem Laut im Club hören muss. Zu elektronisch technoid verkopft und nur in manchen Situation brauchbar, wie zum Beispiel am Strand an der Cocktail-Bar. Naja, immerhin trotzdem nicht letzter Platz für die Berliner. Ich konnte der Platte zumindest einiges abgewinnen und tolle Videos machen sie auch…

5. Samy Deluxe – Berühmte letzte Worte: Für Isa Beitrag blieb diesmal leider nur der letzte Platz. Sie schickte mit Samy Deluxe allerdings auch einen Kandidaten ins Rennen, der es bei uns in der Runde schwer hatte, weil ja Hip Hop eher nicht so beliebt ist (meistens nur bei mir😉 ). Samys Platte krankt aber für mich auch an den gleichen Dingen, wie immer bei seinen Platten – eigentlich alles ganz nett, aber nix wirklich toll. Eine mittelgute Platte mit jeder Menge mittelguter Songs. Da können es die guten Texte leider auch nicht rausreißen. Es bleiben 2-3 bessere Songs, der Rest geht links rein und rechts wieder raus. Da bin ich mal gespannt, ob die Beginner das auf ihrem lang ersehnten Comeback demnächst nicht besser hinbekommen. Die neue Single find ich z.B. schon mal besser, als alle Songs auf Samys Platte.

Und weil’s so schön ist, hier die geniale neue Single der Beginner:

Denkwürdiges erstes Mal – Rock am Ring 2016

12. Juni 2016 by

Tja, das war’s dann – das erste Mal Rock am Ring in meinem Leben. Jahrelang geweigert, weil ja eigentlich immer schlechtes Wetter ist, und dieses Jahr überreden lassen. Und es ist natürlich gekommen, wie es kommen musste – und eigentlich noch schlimmer. Abbruch wegen Unwettern – versackt im Matsch – überrascht, dass es eher ne Veranstaltung für „Kinder“ war. Trotzdem – die Bands, die wir sehen konnten, haben sich gelohnt, darum schreib ich jetzt auch nur dazu was.

Den Anfang machten am Freitag Nachmittag Frittenbude. Dass die Truppe inzwischen doch recht bekannt ist, zeigte die große Menge vor der zweiten Bühne. Der recht eintönige Sprechgesang bleibt ein kleines Manko der Band. Der Sänger übertreibt es außerdem etwas mit seinen Erhobenen-Zeigefinger-Ansagen und Anti-Parolen. Nichtsdestotrotz zünden die guten Stücke und das Publikum hat Spaß. Auch viel Spaß haben danach die 4 Wrestler, die während des gesamten Auftritts von Puscifer ihre Show durchziehen. Leider ist die Anzahl der Leute, die sich den genialen Auftritt von Maynard James Keenans Zweitband ansieht, im Vergleich zur Frittenbude deutlich zurückgegangen. Der zweistimmige Gesang vom Tool-Frontmann und seiner Partnerin sitzt perfekt, die Songauswahl ist großartig, der Sound super – sehr geile Show.

Auch danach gibt’s ne geile Show, denn Panic!At the Disco-Kopf Brendon Urie ist eine ziemliche Rampensau. Die Band erfreut sich anscheinend auch großer Beliebtheit, denn den Auftritt verfolgt eine sehr ordentliche Menge an regelmäßig mitsingenden Fans. Musikalisch sehr hochwertig und mit einigen Ohrwürmern geht da auch ne Menge. Höhepunkt, neben der allerorts bekannten Hit-Single „I Write Sins Not Tragedies“, ist das Queen-Cover von „Bohemian Rhapsody“, welches wirklich brilliant gesungen und gespielt wird. Das war dann mehr oder weniger auch unser Abschluss von Tag 1, denn nach 4 Liedern Volbeat haben wir keine Lust mehr auf den immergleichen Langweiler-Massenrock.😉

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Tag 2 beginnt dann mit Warten, Wettermeldungen und Verzögerungen doch irgendwann aber erst spät abends. Wir lauschen den Deftones auf der Hauptbühne, die ordentlich abliefern und eigentlich alle ihre Kracher spielen. Sehr gute Show. Danach sollten eigentlich Billy Talent kommen, aber die haben den Slot mit den Red Hot Chili Peppers getauscht. Wahrscheinlich wollten die Peppers nicht erst mitten in der Nacht anfangen. Naja, uns ist es egal, die Chilis zeigen ne gewohnt professionelle Show mit einigen Video-Effekten und wenig Nähe zum Publikum. Während Flea wenigstens noch 2-3 mal das Wort ans Publikum richtet, bringt Anthony Kiedis nicht ein einziges Wort in Richtung Publikum raus und zieht einfach seine Show durch. Die Hits werden trotzdem ordentlich abgefeiert und mitgesungen. Ich find’s trotzdem peinlich. Ganz anders danach Billy Talent – als erstes werden mal Grüße an die Verletzten vom Vortag geschickt und der Sänger lobt alle, die es bei den mistigen Bedingungen trotzdem aushalten. Und danach feuern die Jungs 2 Stunden Show mit jeder Menge Power und erstaunlich vielen Hits ab. Das ganz geht bis kurz vor 3Uhr und danach ist dann wirklich Schluss – leider auch mit RaR 2016, denn der Sonntag wird abgesagt. Schade, denn ich hatte mich vor allem sehr auf Korn, Biffy Clyro und Fettes Brot gefreut. Fazit möchte ich gar nicht groß ziehen – es war ein Erlebnis… ob ich mir das nochmal geben muss? Fragt mich nächstes Jahr nochmal!😉

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Gut, aber auch gut genug?

24. April 2016 by

1. Wolfmother – Victorious: Mit ihrer ersten Scheibe damals hatten Wolfmother mich überzeugt, dass auch 70ies-Retro-Rock was haben kann. Ich war ziemlich überrascht und auch ziemlich begeistert. Der Nachfolger war dann auch noch ganz Ok, aber nicht mehr so doll, so dass ich auf einen Check des 2014 erschienenen dritten Albums komplett verzichtet hatte. Nun gibt’s ne neue Scheibe, und aus irgendeinem Grund hab ich der wieder ne Chance gegeben. Und das war auch gut so, denn „Victorious“ ist extrem gut gelungen und geht sofort ins Ohr. Gute Melodien, schöne, alt klingende Rockgitarre – der leicht ozzylike klingende Gesang – man fühlt sich in die 70er zurückversetzt und bang ordentlich mit! Große Klasse! Der Mann (denn ist ja mehr ein Einmannprojekt) hat es wirklich drauf, Hits zu schreiben. Ganz groß z.B. „City Lights“ ….

Wolfmother – City Lights

2. The Electric Eye – Different Sun: Auch sehr retro klingt das Album von The Electric Eye. Es beginnt allerdings erstmal ein bisschen moderner. Ich hör da in Track 1 die Steaming Satellites, in Track 2 DEUS, dann T-Rex , den so ein bisschen Manchester Rave…dann die Doors. Irgendwie gar nicht so leicht greifbar, weil extrem abwechslungsreich. Das ist zwar grundsätzlich was Positives, aber ich finde, die unterschiedlichen Stile werden auch in unterschiedlicher Qualität dargeboten. So gefallen mir die ersten beiden Stücke mit Abstand am besten und auch Track 6 „Never Fade Away“ ist prima. Auf den Rest hätte ich verzichten können. Also vielleicht für’s nächste Album die Stärken weiter ausbauen!

3. Nothing But Thieves – Nothing But Thieves: Erwähnte ich in meinem Muse-Konzertbericht, dass die Vorband super war? Also bitte – hier die zugehörige Platte! Und die ist auch super! Superabwechslungsreich, supereingängig, supersongsdrauf. Der erste Eindruck von den Songs auf dem Konzert, war ja, hört sich auch an wie Muse. Das relativiert sich ein wenig auf dem Album. Sind zwar einige Songs drauf, die auch von Muse sein könnten, mich erinnern sie teilweise aber auch an The Hoosiers z.B., denn die hohe Falsett-Stimme wird doch recht häufig eingesetzt und auch die Melodien sind ab und an sehr melodiös!😉 Irgendwie sind alle Songs gut – und das muss man erstmal schaffen. Für mich bisher die größte Neuentdeckung dieses Jahr! Egal, was ich poste, kann alles was. Ich nehm mal ein schnelles und ein langsames…

4. DIIV – Is The Is Are: Ne etwas düstere Richtung schlagen DIIV ein. So leicht, bis mittelschwer melancholische Gitarren-Indie mit Shoegaze-Ansätzen. Leichter Hall ist immer mit drin, mal ein bisschen The Cure-Gitarre. Leider ist auch diese Scheibe nur am Anfang stark. Schlecht ist das zwar alles nicht – hier fehlt mir dann allerdings diesmal die Abwechslung. Das klingt alles recht gleich und es stechen nur ein paar Songs raus, die ich auch gerne wiederhöre. Keine Chance auf nen Jahreschartsplatz! Toll allerdings dieser Song hier…

5. Invivo – Arise: Fans von Progrock/-metal der Marke Dredg, Karnivool oder Gazpacho sollten sich mal Invivo anhören. Die machen einen ähnlichen, komplexen, aber dennoch zugänglichen Sound. Angenehme Stimme, groovende Gitarre, schöne Melodien – alles vorhanden. Auch wenn ich nicht vollauf begeistert bin, so wie nach dem ersten Song der Truppe, den ich mal auf einem Visions-Sampler gehört hatte, weiß das trotzdem zu gefallen. Einfach mal reinhören, wer dieser Musikrichtung was abgewinnen kann. Finde nur das „echte“ Video hier…

Und dann wären da noch zwei Scheiben, die wegen Dauerlangeweile durchgefallen sind. Die Turin Brakes fangen zwar gut an, verfallen dann aber in grausamen countryesken Sound, während Kakkmaddafakka im Vergleich zum wirklich guten Vorgängeralben völlig weichgespült und langweilig daherkommen. Da fehlt jeglicher Biss und zum Tanzen ist das auch nicht mehr geeignet. Einzig die erste Single „Galapagos“ kann noch ein bisschen was… aber auch nicht viel.😉

So langsam kommen die ersten Kandidaten….

21. März 2016 by

1. Shearwater – Jet Plane and Oxbow: Endlich was Neues von Shearwater, nachdem das letzte Output ja eine Platte mit lauter Coverversionen war. Diesmal also wieder eigene Songs und das ist auch gut so. „Jet Plane and Oxbow“ setzt da an, wo „Animal Joy“ aufgehört hat. Die Band hat ja eh einen hohen Wiedererkennungswert, und das nicht nur durch die Stimme von Frontmann Jonathan Meiburg. Tolle, leicht melancholische Indiesongperlen, die für mich immer irgendwas von Prärie und Schamanen haben. Herausragend diesmal die Single „Quiet Americans“, obwohl auch die anderen Songs alle sehr gut sind. Klasse Scheibe, Klasse Band!

2. Nevermen – Nevermen: Grundsätzlich ist ja für mich alles, was Mike Patton macht, erstmal interessant! Auch wenn da manchmal arg Experimentelles und die Nerven strapazierendes dabei ist. Eine Projekt zusammen mit einem mir unbekannten Rapper und dem TV on the Radio Mann Tunde Adepimbe hört sich per se allerdings direk schon mal interessant an. Und interessant ist es dann auch, was die Truppe, die sich Nevermen nennt, da fabriziert. Eine bunte Mischung aus vielen Musikstilen, bei der sich die 3 Mannen mit dem Gesang, Rap, Wasauchimmer abwechseln, ergänzen, gegenseitig antreiben. Interessant – aber für meinen Geschmack zu wild durcheinander und keine klare Linie sprich Songlinie. Da blitzen coole Melodien und Grooves durch, nur, um direkt wieder von anderen Soundbildern überspielt zu werden. Das ist musiktechnisch sicher sehr wertvoll und künstlerisch hochwertig, aber mir manchmal too much! Schlecht ist es natürlich trotzdem nicht – Patton kann eigentlich ja nix schlechtes!😉

3. Hooray for Earth – RACY: Leider erst jetzt entdeckt, denn die Band hat sich 2014 anscheinend aufgelöst, hab ich Hooray for Earth. RACY ist bereits 2 Jahre alt, muss aber hier unbedingt erwähnt werden, denn das ist richtig gut! Ein bisschen Shoegaze, ein bisschen mehr Shiny Toy Guns (mit weniger Puderzucker) – die Band macht richtig guten Indie-(Synth)-Rock, mit sehr abwechslungsreichen Stücken, die mal rock, mal poppig, mal wavig klingen. Es schwingt auch hier immer eine leichte Prise Melancholie mit. Bei „Last, First“ hör ich doch tatsächlich ’nen leichten Touch von Totos Africa raus. Alles sehr spannend. Um so trauriger, dass es die Truppe anscheinend nicht mehr gibt.

4. Misses Next Match – Für Leute die schon alles Haben: Wo wir schon mal in der Vergangenheit sind – noch ’ne Scheibe aus 2014, die an mir vorbeigegangen war und noch ’ne Band, die ich vorher nicht kannte. Anders, als man zunächst erahnen könnte, handelt es sich bei Misses Next Match um eine Deutsche Band, die auch noch auf Deutsch singt! Und das klingt dann ziemlich nach NDW in intellektuell. Treibende Beats, knarzige Gitarre, leicht angepisster Ätz-Gesang! Aber im Gegensatz zu Messer, z.B., die mir grenzwertig auf den Sack gehen mit ihrer Mucke, hat das hier was, was ich gar nicht so richtig beschreiben kann. Die Platte hat eine ganz eigene Atmosphäre, die mir so ein bisschen das Gefühl vermittelt, am Wochenende Nachts zwischen Meschenmengen durch die Stadt zu ziehen. Auf jeden Fall anspruchsvoll und besonders. Einigen eventuell zu anstrengend – mich hat’s sehr positiv überrascht.

Und dann noch zum Schluss ein paar kurze Worte der Enttäuschung: die neue Bloc Party ist unfassbar schlecht und langweilig!😛 Die Coldplay lässt mich auch kalt, obwohl sie nicht wirklich schlecht ist. Spannend ist das allerdings auch nicht mehr.

Wirklich gut sind aus dem letzten Jahr dann noch Die Krupps, Killing Joke und Antimatter aufgeschlagen. Besser spät als nie!🙂

 

 

 

Wahnsinnserlebnis mal wieder – Muse in Köln

7. März 2016 by

Dass das was gibt, war ja zu erwarten. Nachdem ich die Jungs von Muse letztes Mal auf der Loreley gesehen hatte, war diesmal Lanxess Arena angesagt. Eigentlich kann das auch in die Hose gehen, was Sound und Sicht angeht – irgendwie war klar, dass die Mega-Show-Experten Muse das aber hinbekommen. Schon der Aufbau der Bühne war entsprechend günstig gewählt, denn die Hauptbühne war in der Mitte der Arena aufgebaut und hatte jeweils zwei kleine Ausläufer zu den Seiten hin, die die Band auch den ganzen Abend intensiv nutze. Und – um es mal vorweg zu nehmen – auch der Sound war wirklich gut!

Doch vorher gab’s noch was Positives und was Negatives zu berichten. Der Schock, als ich ankam: ne Schlange von gefühlt 35.000 Leuten dreimal um die Arena, die versuchte, durch die wenigen offenen Eingänge in die Arena zu kommen. Unglaublich schlecht organisiert, würde ich mal sagen. Absolut positiv: die Vorband „Nothing But Thieves“, die eine ähnlich Mucke wie Muse machen und mit richtig guten Songs überzeugen konnten. Das dazugehörige Album wurde direkt erstanden und wird gerade einem intensiven Check unterzogen – mehr dazu demnächst hier an dieser Stelle.🙂

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Nun aber mal zu den wichtigen Dingen des Abends: Auffallend schon vorher, neben der coolen Bühnenkonstruktion, die durchsichtigen großen Kugeln, die unter der Decke versteckt angebracht waren. Und wie sollte es auch anders sein, zur Eröffnung schwebten die Teile schön mit weißen Leuchtdioden beleuchtet und zu Intro-Klängen vom Titeltrack des Albums Drones auf luftigen Bahnen durch die Gegend, um sich in einer Reihe auszurichten und dann in einem Knall das Konzert zu eröffnen! Geiler Auftritt.🙂 Die Tour heißt ja Drones – von daher bestimmten nicht nur die Songs des letzten Albums das Konzert (fast alle wurden gespielt), sondern auch die Multimediainstallationen und -effekt passten zu dem Thema. Die Kugeln schwebten noch mehrfach durch die Gegen und einmal umkreiste ein schwarzes Raumschiff mit roter Beleuchtung die Bühne auf unsichtbaren Bahnen. Dazu gab’s diverse Videoprojektionen auf diversen halbdurchsichtigen Leinwänden. Alles genial abgestimmt und ganz großes Kino. Zu einem Song z.B. tauchten auf den Leinwänden über dem Bassisten und Sänger riesige Hände auf inkl. Marionetten-Fäden bis zu den beiden Musikern runter, so dass es aussah, als würden die beiden von einem überdimensionalen Puppenspieler gesteuert. Genial! Genial auch die Stimmung, denn die Band musste nicht viel tun, um die Menge zum Mitsingen und Mitklatschen zu bewegen. Ein Gänsehaut-Moment nach dem anderen, wenn z.B. alle den Refrain zu Uprising oder Time is Runing Out singen. Leider war Uprising auch der einzige Song von meinem Lieblings-Muse-Album „The Resistance“, aber das ist Meckern auf höchstem Niveau, denn fast alle bekannten Kracher wurden gespielt. Eigentlich hätte es noch lange weiter gehen können, aber nach knapp 2 Stunden war dann leider Schluss und alle sind geflasht und zufrieden nach Hause gegangen. Was für ein Erlebnis.🙂

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Stagediver von der Empore – Foals im Palladium

28. Februar 2016 by

Ganz großes Kino gestern Abend im Kölner Palladium, als die Jungs von den Foals ein richtig geniales Konzert hingelegt haben! Geile Songauswahl, geile Stimmung, extreme Spielfreude und Publikumsnähe… richtig klasse!

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Zunächst gab’s aber mit Trümmer eine deutsche Vorband, die gefühlt ne Ewigkeit gespielt hat und die eine Recht hohe Schwankung in der Songqualität hatte. Einige Songs waren richtig gut, andere wiederum konnte man getrost vergessen.

Nachdem dann die Umbaupause auch nochmal viel zu lang gedauert hat, enterten die Foals die Bühne im nicht ganz ausverkauften Palladium und es fiel direkt das nette Bühnenbild inkl. sehr angenehmer Lichtshow auf, sowie der glasklare, studio-gleiche Sound. Ich war überrascht, wie gut das Publikum mitging. Da musste die Band noch nicht mal groß zum Mitklatschen o.ä. animieren. Das lief ganz von allein. Die Songsauswahl war sehr gut, beschränkte sich aber größtenteils auf die letzten beiden Scheiben. Zappeliger Electroclash, wie „Cassius“ z.B. vom Debut fehlte. Da spielt die Band anscheinend lieber ihre neue Stilrichtung, wobei in der Zugabe mit „Two Steps Twice“ zumindest noch ein Song von „Antidotes“ dabei war. Die Songs vor allem von der letzten Scheibe sind aber auch einfach genial, was die Menge durch ordentliches Abfeiern und Mitsingen auch belegte. Der gut aufgelegte Sänger suchte immer wieder den Kontakt, in dem er an die vorderen Reihen herantrat, oder auf die seitlichen Boxen stieg und von da aus weitermachte. Höhepunkt war allerdings, als er für kurze Zeit verschwand, um dann plötzlich oben auf der Balustrade wieder aufzutauchen und einen Stagedive aus gut 5 Meter Höhe ins Publikum hinzulegen! Krass! Nach einer Zugabe und 1,5h war dann Schluss und ich hab mich gewundert, wann die Jungs eigentlich so groß und bekannt geworden sind, dass sie das Palladium voll kriegen. Auf jeden Fall sehr verdient und man wird hoffentlich noch ganz viel von ihnen hören! Genial!😀

Bevor’s wieder losgeht – Restequickies…

6. Februar 2016 by

Das neue Jahr startet direkt mit Bloc Party, Shearwater und ’nem neuen Mike Patton Projekt – aber vorher noch schnell ein paar Worte zu weiteren Resten aus 2015:

Überraschend gut, die neue Public Enemy – die alten Säcke haben’s immer noch drauf. Erfrischend neu und abwechslungsreich, und ebenfalls im Hip Hop unterwegs – Grand Analog. Die mischen noch ein bisschen Funk und Gitarren dazu und grooven ordentlich. Guy Garvey, die Stimme von Elbow hingegen, macht das, was er immer kann – sein klasse Solo Courting the Squall könnte auch gut ein Elbow-Album sein. Klingt vom Stil nicht anders. Hot Chip klingen auch wie immer und auch CeeLo Green macht das, was er kann und immer gemacht hat. Lässt sich beides gut hören.

Am besten gefallen haben mir aber die Alben von den Eagles of Death Metal und den Maccabees. Viele Hits, viel Abwechslung – klasse.

Eagles of Death Metal – Complexity

 

Erstes Highlight 2016

22. Januar 2016 by

Schaut mal in dieses Video rein (ein Stück vom gerade erschienenen neuen Album von Dota Kehr)  –  das ist das Beste, was ich seit langem deutschsprachig gehört habe…

 

Dota Kehr „Grenzen“


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